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100 Jahre FeG Adlershof

Im September 2014 durften wir als Freie evangelische Gemeinde in Berlin-Adlershof unser 100-jähriges Jubiläum feiern. Das war ein Grund zur Freude, aber auch Anstoß zum Nachdenken über vergangene Zeiten. Die Anfänge der Freien evangelischen Gemeinde (FeG) in Deutschland wurden durch den Kaufmann Hermann Heinrich Grafe (1818 – 1869) gelegt, der 1854 in Wuppertal/Elberfeld die erste Gemeinde gründete.

Die erste FeG in Berlin entstand 1899 in Moabit. Keimzelle unserer Gemeinde in Adlershof war eine Gruppe von Gläubigen, die sich zuerst in der Zinsgutstraße und danach in der Friedenstraße trafen. 1914 wurde Paul Langeheinecke der erste Prediger der Gemeinde. Zu dieser Zeit gab es in Adlershof eine wachsende Industrie und somit viele Zuzüge. Sehr bald mussten neue Räume für die schnell wachsende Gemeinde gefunden werden.

Von Anfang an hat sich die Gemeinde besonders für Kinder und Jugendliche engagiert. Nach dem Krieg waren es ca. 70 Kinder, die in der Gemeinde von der Liebe Jesu hörten und u.a. in Handarbeit unterrichtet wurden.

Es dauerte nicht lange, bis auch die kurz zuvor noch neuen Räume in der Feldherrn-(Stienitzsee-)straße 27 für die weiter wachsende Gemeinde zu eng wurden und man sich zum dritten Mal auf die Suche nach geeigneten Räumen machen musste. Diese fand man 1928 in einem Gebäude der chemischen Reinigung Rottnick in der Radickestraße.

Vielseitig als Seelsorger und Verkündiger begabt, prägte Walter Böhme ab 1939 für drei Jahrzehnte das Gemeindeleben. Nach dem Krieg 1945 entstand durch seine Initiative ein Hilfswerk in Ost-Berlin. Von 1946 – 1950 wurden an bedürftige Adlershofer und auch an notleidende Gemeinden Lebensmittel und Kleiderspenden verteilt.

1941 hatte die Gemeinde in der Handjerystraße 29/31 ein Grundstück erwerben können. Durch Kontakte zu den schwedischen Freikirchen bekam unsere Gemeinde eine schwedische Holzkirche geschenkt, die in der Handjerystraße aufgebaut wurde („Schwedenkirche“). Bedingt durch die deutsche Teilung 1949 hatte Walter Böhme die auf dem Gebiet der DDR gelegenen Freien evangelischen Gemeinden zu einem Bund zusammengefügt. Aufgrund der Reglementierungen und stattlicher Eingriffe zu DDR-Zeiten konnte die Gemeinde nur in den eigenen Räumen zu Veranstaltungen und Gottesdiensten zusammenkommen. Öffentliche Veranstaltungen wurden kaum gestattet.

Johannes Schmidt, von 1971 unser Prediger und ab 1975 zum Bundesvorsteher gewählt, hatte sein Büro bzw. die Bundesgeschäftsstelle des Bundes Freier evangelischer Gemeinden in der DDR auf unserem Gemeindegrundstück. Das brachte den Vorteil mit sich, dass hin und wieder Besuche zwischen Ost- und Westdeutschland möglich wurden.

Ein Jahr nach dem Mauerfall konnten der ost- und der westdeutsche Gemeindebund wieder zusammengeschlossen werden. In dieser Zeit der Umbrüche und Neuorientierungen war es der Gemeinde wieder möglich, sich intensiver für Adlershof und die Öffentlichkeit zu engagieren. Rolf Cyrus, von 1994 unser Pastor, hatte gute Kontakte zu Künstlern. So konnten wir die Adlershofer ab 1995 beispielsweise jährlich zu „Sommerabenden“ einladen. In dieser Zeit wurde außerdem Als Treffpunkt für Jugendliche ein Ladenlokal in der Radickestraße 23 gemietet und eingerichtet.

Bis heute haben wir viele Angebote für die verschiedensten Altersgruppen, von Kindern bis Senioren. Wer mehr erfahren möchte, ist herzlich eingeladen, einfach einmal vorbeizukommen, sich auf unserer Homepage zu informieren oder anzurufen (Telefon: 677 56 65).

In allem, was wir tun, ist es unser Wunsch, dass Menschen durch unsere Arbeit ein Stück von der Liebe Gottes erfahren. Das Größte und zugleich Unfassbarste ist sicher die unbedingte, voraussetzungslose Liebe Gottes, die er durch Jesus Christus unter Beweis gestellt hat. Eine Liebe, wie es sie unter uns Menschen nicht gibt.

Als Gemeinde verstehen wir uns als eine offene Gruppe von Menschen, die zusammen auf dem Lebensweg sind, sich in schwierigen Zeiten unterstützen, sich gemeinsam freuen, den großen Fragen des Lebens nachgehen und versuchen, Antworten zu finden. Dabei verbindet uns unsere Abhängigkeit von Jesus, dem wir gemeinsam nachfolgen wollen. Wir sind keine fertigen Menschen mit Antworten und Lösungen für alle Lebensfragen. Uns eint das Eingeständnis unserer eigenen Unzulänglichkeiten und das Vertrauen auf Jesus. Die Gemeinde verstehen wir als wichtigen Teil unseres Lebens, weil wir hier Fröhliches und Trauriges, Vertrauen und Zweifel teilen und miteinander des Weges gehen können. Jeder ist herzlich willkommen, ein Stück seines Weges mit uns zu gehen, Fragen, Zweifel, Freuden mit uns zu teilen und sich gegenseitig zu bereichern.

Staunend blicken wir als Gemeinde auf unsere 100-jährige Geschichte zurück. Im Verhältnis zur Kirchengeschichte ist unsere Gemeinde wohl noch ein Kleinkind. Jedoch ein Kleinkind, das bereits viel erlebt hat und von ihrem Herrn Jesus durch das Auf und Ab der Geschichte getragen und bewahrt wurde. Besonders die Kriegsjahre und die DDR-Zeit brachten große Herausforderungen mit sich, die wir dank der Hilfe und Leitung Jesu durchleben konnten.


Der oben stehende Text ist anlässlich des 100-jährigen Jubiläums unserer Gemeinde 2014 in der Adlershofer Zeitung, Ausgabe 245, als Artikel erschienen.
Autoren: Klaus-Peter Ortmann und Friedrich Graf