2026 ist für mich das Jahr der Hochzeiten. Den Anfang machte ich selber: Am 14. März durfte ich meine wunderschöne Frau Theresa heiraten. Dann folgte die Hochzeit meiner Cousine, eine Goldene Hochzeit von Theresas Großeltern, noch eine Hochzeit meines Cousins und so weiter und so fort, sodass ich auf insgesamt sechs Hochzeiten in sechs Monaten eingeladen bin! Während ich diese Zeilen schreibe, packe ich quasi schon meinen Koffer für die nächste Hochzeit.
Bei allen Unterschiedlichkeiten haben alle diese Feiern eine Sache gemeinsam: Es ist ein zutiefst fröhlicher Tag, auf den Braut und Bräutigam lange Zeit hingefiebert haben. Sie haben sich teils Jahre auf die gemeinsame Ehe vorbereitet, haben die zurückliegenden Monate mit Planungen verbracht und bis in die letzten Wochen den absoluten Großteil ihrer Aufmerksamkeit auf diesen einen Tag gerichtet. Keiner wäre auf die Idee gekommen, diesen Tag zu verpassen, etwas Wichtigeres vorzuhaben oder ihn gar zu vergessen.
Jesus gebraucht exakt dieses Bild der Hochzeit, um sein zweites Kommen zu beschreiben. Er ist der Bräutigam; wir Christen, seine Gemeinde, sind die Braut. So wie sich ein menschlicher Bräutigam auf seine Braut freut, so freut sich auch Jesus auf uns. Und so wie eine menschliche Braut den Tag der Hochzeit herbeisehnt, so sollen auch wir als Gemeinde auf die Ankunft von Jesus hinfiebern.
Bei seinem ersten Kommen vor 2.000 Jahren besiegelte Jesus den Bund mit uns. Das letzte Abendmahl war gewissermaßen das Verlobungsfest, bei dem Jesus ausdrücklich versprach, seiner Braut, also uns, eine Wohnung im Himmel zu bereiten. In Johannes 14,2-3 sagt Jesus: „Und wenn ich dann alles vorbereitet habe, komme ich zurück und werde euch zu mir holen, damit auch ihr da seid, wo ich bin.“
Als Gemeinde leben wir also gerade in der Verlobungszeit. Als frischgebackener Ehemann kann ich bezeugen: Diese Verlobungszeit ist keine Zeit, in der man die Hände in den Schoß legt. Es ist eine Zeit der Vorbereitung und der Vorfreude. Jesus, unser Bräutigam, kommt ganz bestimmt. Vielleicht hat er sich schon auf den Weg gemacht. Sind wir, seine Braut, bereit, ihn zu empfangen? Sind wir bereit für das Hochzeitsmahl im Himmel (Offenbarung 19,7-9)? Brennen unsere Lampen auch dann noch hell, wenn der Bräutigam vor der Tür steht (Matthäus 25,1-13)?
Lasst uns nicht müde werden, uns auf das zweite Kommen von Jesus vorzubereiten. Lasst uns dafür Sorge tragen, dass unsere Liebe zu ihm nicht lau wird. Denn seine, so sagt die Bibel, brennt so heiß wie am Tag unserer Erwählung (Johannes 15,9-17). Ich wünsche uns, dass wir diesen Fokus in unserem Herzen tragen, jeden Tag neu und egal, wo wir sind: auf der Arbeit, in der Schule, zu Hause oder unterwegs. Jesus wird kommen. Und die Hochzeit wird stattfinden.
Gott segne dich!
Joel Pfeifle