Mir ist in einer kleinen Interviewreihe, die ich zum Thema Zukunft durchgeführt habe, nicht nur einmal die Antwort begegnet: „Ich weiß noch gar nicht oder gerade gar nicht, wie meine Zukunft aussehen soll.“
Das Vertrauen auf Gott ist an dieser Stelle schon einmal ein sehr guter Anfang. Gott ist unser Vorteil, unser Halt, er ist für uns greifbar und das Wichtigste – er ist unvergänglich. Gott ist ewig und ewig fängt immer im Jetzt an, denn ewig ist zeitlos. Und dieser unser Gott macht zwei besondere Dinge:
Als Erstes gibt er uns einen freien Willen, auch wenn etliche Atheisten uns den absprechen möchten. Gott lässt uns frei entscheiden. Gott bewertet uns erst am Ende unseres Lebens und zwar darüber, wie wir mit unserer Zeit, unserer Zukunft, umgegangen sind. Zweitens – und das ist ein ganz besonderes Geschenk – macht er uns das ganze Leben lang Angebote. Sein erstes Angebot lautet: „Folge mir.“ Und dann kommen sie, die vielen kleinen Angebote, Hinweise und Momente, in denen Gott uns Türen öffnet. Sei es, dass wir eine besondere Begegnung haben, uns das Angebot zu einer neuen Tätigkeit ins Auge sticht, wir auf etwas aufmerksam gemacht werden, an das wir vorher gar nicht gedacht hätten. Oder dass wir einfach etwas Wunderschönes sehen, lesen, hören – eine innere Stimme, die uns berührt und uns zum Umdenken, zur Selbstreflektion bewegt. Das sind die vielen ständigen Angebote, die Gott an unsere Zukunft macht. Er zwingt sie uns nicht auf, wir entscheiden, ob wir sie annehmen. Wir sind in Eigenverantwortung. Hier ist unser freier Wille. Das Besondere dabei ist, dass wir diesen Angeboten immer vertrauen können. Gott kennt uns besser als wir selbst und Gott liebt uns. Gott bereichert sich nicht an uns, denn Gott hat schon alles.
Nun liegt es nur an uns, das auch wahrzunehmen. Die Augen offen zu halten, vielleicht mal etwas zu entschleunigen. Nicht ganz einfach, wenn man sich an den täglichen Alltag an Verpflichtungen, zu erfüllenden Erwartungen, den Rucksack des Lebens auf den eigenen Schultern erinnert. Ich möchte dich ermutigen: Wenn du früh wach wirst und überlegst, was du mit deiner Zukunft, mit deinen nächsten Tagen anfangen möchtest, was du erledigen müsstest etc. – dann stelle dir diese Fragen doch einmal andersherum: Was ist, wenn diese Tage bereits um sind und du wüsstest, es wären deine letzten Tage gewesen? Wenn du das vorher gewusst hättest, was hättest du dann wirklich mit deiner Zeit gemacht? Was hättest du in diesen Tagen wirklich unternommen? Und was wäre, wenn es nicht Tage, sondern Wochen, Monate oder Jahre sind?
In deiner Antwort auf diese Fragen liegt der Schlüssel, der dich einer erfüllten Zukunft näher bringt. Was hätten wir in diesen Tagen wirklich gemacht, dass wir einmal in Frieden und Einklang mit Gott und uns selbst aus dem Leben scheiden können? Hand in Hand im Vertrauen auf Gott.
Gastbeitrag von Robert Mansfeld,
Küster der katholischen Kirchengemeinde Christus König, Adlershof