Neulich begegnete ich einer Leiterin aus Albanien. Sie erzählte mir von der Situation der Kirchen in ihrem Land. Ein Satz blieb mir besonders hängen: „Bevor die westlichen Missionare mit ihren Methoden und Konzepten kamen, fühlten wir uns nicht arm.“
Was sie meinte, traf mich tief. Erst im Vergleich mit anderen entstand in ihnen das Gefühl: Wir sind schwach. Uns fehlt etwas. Dabei hatten sie den Kommunismus überlebt, Christen waren im Glauben gewachsen, Menschen hatten Jesus kennengelernt. Doch plötzlich lag der Blick nicht mehr auf dem, was da war, sondern auf dem, was angeblich fehlte.
Kennst du das? Du erlebst Gottes Nähe, fühlst dich reich beschenkt – so wie es in Epheser 1,3 beschrieben ist:
„Gepriesen sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen im Himmel in Christus.“
Und dann kommt jemand mit einer neuen Methode, einem neuen Ansatz, einem neuen Trend – und plötzlich denkst du: Das müssen wir auch so machen.
Das Vergleichen raubt uns oft den Blick für das, was Gott bereits in uns gelegt hat. Natürlich ist es gut, voneinander zu lernen. Doch wenn das Vergleichen wichtiger wird als das Vertrauen, verlieren wir die Freude an dem, was Gott gerade durch uns tut. Jemand drückte es so aus: „Menschen suchen nach Methoden – Gott sucht nach Menschen.“ (Men search for methods, God searches for a man.)
Gott baut sein Reich nicht durch perfekte Strukturen oder Programme, sondern durch Menschen, die sich ihm hingeben. Menschen, die wissen, wer sie in Christus sind. Menschen, die aus seinem Reichtum leben – nicht aus dem, was andere haben. Solche Menschen verändern Atmosphäre. Sie bringen Hoffnung in ihre Stadt, Licht in ihre Nachbarschaft und Liebe in ihre Gemeinde.
Du bist die Frau und der Mann, den Gott sucht – und wir alle zusammen sind die Menschen, durch die er seine Kirche baut. Nicht, weil wir alles können, sondern weil er in uns lebt. Gott sucht keine Kopien – er sucht Originale!
Lebe mutig aus dem, was er in dich hineingelegt hat. Werde zu einem Menschen, der Gottes Reichtum sichtbar macht – mitten in deiner Stadt, in deiner Familie, in deiner Gemeinde.

Bleib beGEISTert,
Rudi Schott