31. August 2025 | Andacht

Bühne oder Wohnung

31. August 2025

Kennst du das? Du hast in deinem Leben schon das ein oder andere richtig Tolle mit Gott erlebt und denkst gerne daran zurück? Möglicherweise erzählst du auch anderen davon, wenn man dich nach deinen Erfahrungen mit Gott und deinem persönlichen Glaubensleben fragt. Und vielleicht wünschst du dir manchmal, dass du derartige Erlebnisse noch viel häufiger hättest.

Ich selbst ertappe mich immer wieder bei dem Gedanken, wie ich mich danach sehne, dass Gott mich noch viel mehr gebraucht, dass ich noch viel mehr seine Kraft und Größe erlebe, dass ich große Wunder sehe, die mein eigenes Glaubensleben neu befeuern.

Als Hauskreis haben wir uns ein wenig auf Spurensuche begeben und wir durften erkennen: Erweckung beginnt nicht mit einem besonderen Ereignis oder einem äußeren Spektakel, sondern mit einer Person – dem Heiligen Geist, der Wohnung in uns nehmen möchte. Wirklich, dauerhaft und heilig. Im 1. Korinther 3,16 heißt es: „Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?“ Diese Frage von Paulus ist ernst gemeint und sie gilt auch uns. Der Heilige Geist lebt in jedem Menschen, der Jesus Christus als seinen Retter angenommen hat – immer und jederzeit. Sind wir uns dessen bewusst?

Die Frage ist nicht: Wie viel vom Heiligen Geist habe ich? Sondern: Wie viel von mir hat der Heilige Geist? Geht es mir nur darum, einfach mehr mit Gott zu erleben – oder darum, dass er wirklich mein Leben erfüllt und neu gestaltet? Bin ich bereit, dem Heiligen Geist alle Räume meines Herzens zu öffnen und ihn nicht nur als Besucher, sondern als Hausherrn willkommen zu heißen?

Es geht nicht um mehr göttliche Kraft, sondern um mehr Selbstkapitulation. Der Heilige Geist sucht keine Bühne, sondern eine Wohnung. Echte Erneuerung geschieht nicht durch eigene Anstrengungen, sondern durch Hingabe: Wenn wir weniger festhalten und mehr loslassen. Die tiefste Erweckung ist also, wenn Gott in unserem Leben nicht mehr nur wirkt – sondern wohnt.

Was bedeutet es für dich, Gottes Wohnung zu sein – besonders im Alltag? Gibt es Räume, in die der Heilige Geist noch nicht vollständig hineinsprechen darf? Wo leben wir noch so, als wäre Gott mehr Gast als Hausherr? Und wie würde sich unser Gebetsleben verändern, wenn wir den Heiligen Geist nicht mehr nur um Besuch bitten, sondern ihm Wohnrecht gewähren?

Seid gesegnet!
Joel Pfeifle