Im Urlaub bewundere ich gern die Idylle auf einer Alm. Die Tiere sehen dort glücklich und entspannt aus. Sie laufen auf den abgesteckten Wiesen frei umher und sind geschützt vor Feinden. In Johannes 10,11 sagt Jesus: „Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.“
Dieses Bild des Hirten offenbart eine tiefe Wahrheit über Gottes Liebe und Fürsorge. Gott kümmert sich um seine Kinder, wie ein Hirte sich um seine Herde kümmert. Er führt sie zu frischem Wasser und grünen Weiden, beschützt sie vor Feinden und sucht, bis er es findet, auch das verlorene Schaf. So beschreibt Jesus sich selbst: als den guten Hirten, der seine Schafe sicher leitet, sie versorgt und selbst sein Leben für sie dahingegeben hat.
Schafe sind sanfte Tiere, die Schutz, Leitung, Gemeinschaft und Fürsorge benötigen und sich im Alleingang auch verirren können. Der gute Hirte lässt seine Schafe nie im Stich. Genauso verlässt Jesus seine Nachfolger nicht. An Pfingsten hat er ihnen den Heiligen Geist gegeben, als Beistand und Tröster, um sie in dieser Welt der Gefahren und als Schutz vor Wölfen auszurüsten. Der gute Hirte geht einem jeden Schaf nach, auch wenn es sich verirrt hat, und trägt es zurück in die Gemeinschaft. Diese Fürsorge und liebevolle Leitung beschreibt David in Psalm 23, wo es heißt: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.“
Diese Worte spiegeln die Sicherheit wider, die ein Schaf unter der Obhut des guten Hirten hat. Sie zeigen uns, dass Jesus für uns sorgt, dass er uns führt und uns niemals alleine lässt, selbst in den dunklen Zeiten unseres Lebens. Er hat sein Leben für uns, die Schafe seiner Herde, seine Familie, gegeben. Am Kreuz opferte er sich selbst als Sühne und zur Versöhnung mit Gott, damit wir Frieden mit Gott haben. Wer zu dem guten Hirten kommt, wird angenommen, versorgt und in Sicherheit gebracht.
Was bedeutet das für uns heute? Es bedeutet, dass wir Jesus Christus vertrauen dürfen. In dieser Welt lauern viele Gefahren und auch Feinde. So heißt es im Lateinischen „Homo homini lupus“. Das bedeutet: „Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf“. Wenn wir an Jesus glauben und ihn bekennen, werden wir auch Feinde haben, Wölfe. Doch Jesus ist unser Hirte, den wir kennen. Wenn wir uns verloren fühlen, dürfen wir wissen, dass er bei uns ist und im Himmel vor dem Thron Gottes als Hohepriester für uns betet. Wenn wir Angst haben, dürfen wir sicher sein, dass er die Welt überwunden hat. Diese Wahrheit fordert uns auch heraus: Sind wir bereit, ihm zu folgen? Lassen wir uns von ihm leiten? Ein Schaf hört auf die Stimme seines Hirten – hören wir auf die Stimme des guten Hirten, des Herrn Jesu Christus?
Daniel Postl