30. April 2025 | Geschichte

Open Doors Gründer Bruder Andrew – Teil 2

30. April 2025

Der Mangel an Bibeln in den osteuropäischen Ländern war ein Hauptantrieb für Bruder Andrew, sich auf seine gefährlichen Reisen zu begeben. In den 1960er Jahren wuchs sein Dienst. Er gewann Mitarbeiter, erst einen, dann kam ein zweiter dazu und im Laufe des Jahrzehntes wuchs der Dienst auf elf Mitarbeiter an, die zudem immer wieder von freiwilligen Helfern unterstützt wurden.

Bruder Andrew (3. v. r.) mit Jugendleitern in der DDR (1950er Jahre)

Während in den osteuropäischen Ländern viele Christen keine Bibel hatten, wurden in der DDR Bibeln gedruckt und waren verfügbar. Doch viele Christen waren durch die Ideologie entmutigt und zermürbt, wie Bruder Andrew bei seinen Reisen durch die DDR in den 1950er Jahren feststellte.

Bis heute ist es ein wichtiges Prinzip von Open Doors, eng mit den Gemeinden vor Ort zusammenzuarbeiten, um die Hilfe nach ihren jeweiligen Bedürfnissen richten zu können. Weil Bruder Andrew selbst die lebensverändernde Kraft von Gottes Wort erfahren hatte, war ihm bewusst, dass der Mangel an Bibeln die Gemeinde entscheidend schwächte.

So unternahm er mit seinem wachsenden Team große Anstrengungen, um Bibeln in die Ostblock-Staaten und die Sowjetunion zu bringen. Bis heute stellt die Bibel- und Literaturverbreitung einen Schwerpunkt des Dienstes von Open Doors dar.

Bruder Andrew mit dem russischen Evangelisten Joseph Bondarenko, der neun Jahre inhaftiert war.

1967 erschien ein Buch von Bruder Andrew mit dem Titel „Der Schmuggler Gottes“. (Am Endes dieses Artikels folgen Infos zum Erwerb des Buches.) Es wurde zum internationalen Bestseller. Viele Christen wurden dadurch motiviert, ihre verfolgten Glaubensgeschwister zu unterstützen. Durch Gebete und Spenden konnte der Dienst ausgebaut werden und wurde schließlich zum internationalen Hilfswerk „Open Doors“, das in vielen Ländern im Einsatz ist und heute weltweit bekannt ist.

Bruder Andrew wandte sich verstärkt auch anderen Ländern zu, z.B. China. In Moskau traf er zufällig einen chinesischen Christen. Er hoffte daraufhin, auch in China Christen zu unterstützen. Nach seiner ersten Reise 1965 gab es in China Maos Kulturrevolution (1966-1976) und damit eine Zeit der intensiven Christenverfolgung. Trotzdem wuchs die Gemeinde und die Mitarbeiter bauten Kontakte auf und knüpften Netzwerke, durch die Bibeln ins Land geschmuggelt wurden.

In den rasch wachsenden chinesischen Hauskreisen gab es einen großen Bedarf an Bibeln. Die chinesischen Kontakt-personen baten zunächst um 1000 Bibeln, dann um 30.000. Schließlich erklärten sie, um den Bedarf zu decken, müssten eine Million Bibeln ins Land geschmuggelt werden.

Auf die Bitte chinesischer Christen hin, wagten Mitarbeiter von Open Doors schließlich das Unternehmen im Vertrauen auf Gott, eine Million Bibeln gleichzeitig nach China zu bringen. Sie sollten in einer Nacht per Schiff an einen südchinesischen Strand geliefert und von dort aus an Hausgemeinden im ganzen Land verteilt werden. Nach langer Vorbereitung wurde die Aktion am 18. Juni 1981 durchgeführt. Mit Ausnahme des Kapitäns bestand die Schiffscrew aus Männern ohne seemännische Erfahrung – Mitarbeiter aus verschiedenen Büros von Open Doors weltweit. Sie erhielten lediglich einen Crashkurs, um die nötigen Fähigkeiten zu erwerben. Eine ganze Reihe von Wundern war nötig, damit das Unternehmen gelang. Eine beispiellose geheime Aktion – praktisch unter den Augen der chinesischen Kriegsmarine.

Fortsetzung folgt.
Klaus Ortman

Buchempfehlung:
„Der Schmuggler Gottes“ von Bruder Andrew
Preis: 12,99 € (336 Seiten)
www.opendoors.de/buecher-andrew oder 06195 6767-167