1. Januar 2023 | Andacht Startseite groß

Lebe deinen Glauben – miteinander

„Lebe deinen Glauben – miteinander“, so lautet unser Jahresthema 2023. Im vergangenen Jahr ging es uns primär darum, dass die Beziehung jedes/jeder Einzelnen zu Gott gestärkt wird. Wir hatten uns bewusst mit Themen befasst, die dabei helfen sollten, bestehende Fragen und Zweifel zum Glauben auszuräumen und haben immer wieder Ansätze geschaffen, damit das, was wir hören, auch praktisch werden kann.

Damit wollen wir dieses Jahr einerseits nicht aufhören. Andererseits wollen wir auch einen klaren Fokus auf das Miteinander setzen. Wir wollen uns aufeinander zubewegen und wirklich zu einer Familie werden, in der wir uns nicht nur sonntags begegnen, sondern in der wir am Leben der anderen (an)teilnehmen und miteinander Gemeindeleben und Leben in der Gemeinde gestalten, im festen Glauben daran, dass wenn das geschieht, auch der Blick nach draußen nicht fehlen wird und darf. Auch in den Kiez hinein wollen wir Angebote für das Miteinander gestalten und weiter dafür beten, dass Menschen eine Begegnung mit Christus haben.

Wenn ich einen Blick in die Bibel werfe, gibt es zahlreiche Textpassagen, die von diesem Miteinander sprechen. Wir sollen einander lieben (1.Joh.4,7), einander ertragen (Kol.3,13; Eph.4,2), einander höher achten (Eph.5,21), einander dienen (1.Pet.4,10), wir sind alle Glieder eines Leibes (1.Kor.12,12ff), einander aufhelfen (Pred.4,10), die Lasten des anderen mittragen (Gal.6,2), einander unsere Sünden bekennen (Jak.5,16), Einheit im Geiste miteinander bewahren (Eph.4,3), gleichen Sinnes sein (Rö.12,16), und vieles Um ehrlich zu sein, keine der genannten Passagen dürfte uns wirklich immer leichtfallen. Dennoch sind sie alle als Aufforderung Gottes an uns gerichtet, und so wollen wir sie auch ernst nehmen.

In unserer Gesellschaft gibt es nur wenig „Miteinander“, das nicht aus Eigennutz oder Egoismus geschieht und langfristig Bestand hat. Konkurrenzkampf um die Spitze bedroht Arbeitsplätze und jede/r möchte immer noch höher, schneller, weiter, besser sein. Wie nebenbei zeigen uns die Medien, dass Beziehungen sich einfach auseinanderleben dürfen, ohne dass man daran zu arbeiten braucht, dass Ehen ein veralteter Gedanke sind und dass wir selbst der Maßstab für alles Miteinander sind.

Unsere Wahrheit als Christen sollte jedoch anders aussehen. Aus unserer eigenen Kraft heraus wäre unsere christliche Gemeinschaft auch nicht zu unterscheiden von den Statistiken in der Gesellschaft. Wenn wir aber eine wahrhaftige Begegnung mit Christus haben, wir einander begegnen, wie Er es sich vorgestellt hat und einander achten, lieben, dienen, helfen und ertragen, dann ändert sich plötzlich alles.

An genau dem Punkt unseres Lebens, an dem uns klar wird, dass nicht wir aus eigener Kraft heraus es schaffen, Gottes Maßstäbe zu erfüllen (das würde uns nur in den Aktionismus und letztlich Burnout drängen), sondern dass wir in und aus Seiner Kraft heraus diese Dinge angehen können, erleben wir den Unterschied.

Dann trägt uns nicht nur Gottes bedingungslose Liebe und Seine Gnade, die täglich neu ist, sondern dann begleitet uns in allen Lebenslagen der Heilige Geist, der uns nicht verschweigt, wenn wir ins „Aus“ rennen oder es mal wieder Zeit wäre, uns beieinander zu entschuldigen.

Wir wollen unseren Glauben miteinander leben dieses Jahr. Miteinander und mit Hilfe Gottes, der uns im Heiligen Geist zur Seite steht. Dabei wollen wir Gott näherkommen, als Gemeinschaft, aber auch in Gemeinschaft und als Individuen. Wir vertrauen darauf, dass diese Gemeinschaft genau das mitbringen wird, was unser Kiez braucht, so dass wir nicht nur anziehend wirken, weil wir etwas haben, das fehlt, sondern auch, weil wir offen sind für neue Begegnungen und Menschen in unserer Mitte, neu im Glauben und in unserer Gemeinde, willkommen heißen wollen.

In diesem Sinne lade ich dich ein: „Lebe deinen Glauben – miteinander“ und erlebe, wie Gott dein Leben transformiert.

Ich wünsche dir einen gesegneten Start ins neue Jahr.
Jessica Ulrich

Predigt zum Jahresthema auf YouTube >

Bild: Gerd AltmannPixabay