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30. Juni 2022 | Allgemein

Auf die Anfänge geschaut – Teil 2

Mit unserer Gemeinde hier in Adlershof hat der christliche Glaube nicht angefangen. Hier waren vor uns eine evangelische und danach eine katholische Gemeinde tätig. Um die Jahrhundertwende wurde 1900 die evangelische „Verklärungs-Kirche“ und um 1930 die katholische „Christus-König-Kirche“ erbaut. Seit 1908 gibt es auch hier eine Neuaposto­lische Kirche, die in einem Hinterhaus in der Friedenstraße ihre Räumlichkeiten hatte.

Der Bau dieser Kirche, 1986 geplant und neben unserer Kapelle 1992 fertig gestellt, bereitete unserer Gemeinde viele Schwierigkeiten und große Probleme.

Die 1920er Jahre begannen unruhig. In der Nachkriegszeit (1918-1920) war auch in Adlershof Not, Hunger und Krankheiten zu Hause. Und wir hatten schon damals Flüchtlinge aus Ostpreußen bei uns zu wohnen. Ende 1921 hatte die Adlershofer Gemeinde 36 Mitglieder und Anfang 1923 42 Mitglieder. Es gab wenige begüterte Mit­glieder. Die meisten waren Arbeiter und Angestellte. Durch Inflation und spätere Welt­wirtschaftskrise hatten wir auch, wie überall, viele Arbeitslose. Um 1900 war Adlershof ein gefragter Industriestandort. Unser Ort war vor der Eingemeindung 1920 eine finanz­schwache Gemeinde, die unterstützt werden musste.

Bedingt durch die vielen Umzüge der Gemeinde, hatte man schon 1922 darüber nachge­dacht, ein Grundstück in Adlershof zu erwerben. Der Grundstock für eine Bau-Kasse wurde dann 1924 gelegt.

Beim Kauf eines Harmoniums musste die Gemeinde Schulden aufnehmen. Vom FeG-Bund aus Witten konnten wir uns Bänke ausleihen (für Evangelisationen u.a.Zwecke), wo dann eine jährliche Leihgebühr anfiel, und Liederbücher hatte jeder sein eigenes am Sonntag mitgebracht. Wenn es aber um die jährlichen Evangelisationen ging, dann wurde in Zeitungen inseriert, Einladezettel hergestellt, und es wurde fleißig eingeladen. Einmal konnte die Evangelisation in der Schul-Aula in der Bismarckstraße (heute Dörpfeldstraße) stattfinden.

Vor dem Versammlungsraum in der Feldherrnstraße 27 (heute Stienitzseestr.) In der Mitte, 2. Reihe, Paul Langeheinecke

Und man sammelte auch für die China-Allianz-Mission. Schriftenmissionarische Aktivitäten erfolgten in der Gemeinde regelmäßig. Neben der Kinder- und Jugendarbeit gab es auch sangesfreudige Mitglieder. Vor 1920 kam der Moabiter Chor schon zu uns. Und durch die Kontakte bekamen wir Unterstützung durch den Dirigenten, Max Nitsch.

Seit 1920 gab es jährlich eine Herbst-Konferenz für alle Berliner Gemeinden. Es war das Los aller Gemeinden, weit verstreut zu wohnen. So gab es Gelegenheit, um Kontakte zu knüpfen und sich gegenseitig kennenzulernen. Gemeindemitglieder von uns wohnten auch außerhalb von Adlershof. So kamen etliche Familien aus Eichwalde und Schulzendorf zu uns, später sogar aus Karow(1960). In Eichwalde wohnte Otto Jährling mit Familie, der sogar auf seinem Grundstück eine Kinderarbeit aufbaute.

1923 gab es eine schleichende Inflation, die sich zum Jahresende zu einer Hyper-Inflation entwickelte. Im November kostete ein Pfund Brot 3 Milliarden Mark! In der Gemeinde war das deutlich zu spüren: Die Ausgaben waren größer als die Einnahmen! Ab 1924 gab es in unserem Land eine Währungs-Neuordnung, und die gesellschaftlichen Verhältnisse besserten sich langsam. Trotz der finanziellen Verhältnisse wurde der Bund in Witten unterstützt und mit ihm arme Gemeinden im Ruhrgebiet.

Die Beziehungen und Kontakte zu anderen Gemeinden, auch untereinander, wurden vielfältig gepflegt. Unsere Berliner Jugendkreise hatten ebenfalls ihre Treffen und wurden 1925 mit anderen christlichen Gruppen berlinweit gesellschaftlich aktiv.

Klaus Ortmann

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