31. Oktober 2021 | Andacht Startseite klein

Das Licht scheint in der Dunkelheit – Leitgedanken November/Dezember 2021

Liebe Gemeinde!

Wenn ich als Kind in den Keller musste, hatte ich mitunter Angst. Also sang ich ein Lied, bis ich den Lichtschalter gefunden hatte und die Dunkelheit verschwunden war (Nachteil: So sah man dann die Spinnen, die ich ebenso wenig mochte wie die Dunkelheit). Die meisten Menschen halten sich lieber im Hellen auf als in Dunkelheit. Lichtmangel führt zu einem Unbehagen – nicht ohne Grund nehmen in der dunklen Jahreszeit psychische Erkrankungen zu.

In der Bibel steht die Dunkelheit/Finsternis stets für eine Situation, in der Gott abwesend zu sein scheint. Demgegenüber steht das Licht, das Gott schenkt. Und in der kommenden Adventszeit dürfen wir uns daran erinnern, wer dieses Licht ist: Jesus Christus. Dieses Licht strahlt immer, egal wie dunkel es drum herum ist. Ja, der Kontrast zwischen dem Licht und dem Dunkel wird umso stärker, je bedrückender die Dunkelheit wird.

In den letzten Monaten ist es in der Welt dunkler geworden. Die Corona-Einschränkungen führen in vielen Ländern zu schwerwiegenden Problemen: in Indien steigt die Kinderarbeit rasant an, weltweit ist die Zahl der Hungernden im vergangenen Jahr laut einem UN-Bericht um bis zu 161 Millionen Menschen auf 811 Millionen gestiegen. Depressive Störungen wuchsen weltweit laut einer Studie der australischen Universität von Queensland um 28 Prozent auf weltweit 53 Millionen Fälle. Hinzu kommen Dauer-Krisenherde wie Syrien, Weißrussland und Afghanistan – um nur eine Auswahl zu nennen.

Wer in diese Dunkelheit starrt, muss zwangsläufig Angst bekommen. Doch es gibt eine Alternative: unseren Herrn Jesus Christus. Schauen wir auf ihn und auf seine Versprechen, verändert sich die Perspektive. Doch bleiben wir nicht dabei stehen, uns an diesem Licht zu erfreuen – nehmen wir es, um es zu anderen zu bringen. Hierzu gibt es auch in unserem gemeindlichen Umfeld in der nächsten Zeit ganz praktische Möglichkeiten: Sei es „Weihnachten im Schuhkarton“, die Unterstützung beim Puppentheater oder unsere angedachten Aktivitäten zu Weihnachten – wir können ganz praktisch die Dunkelheit um uns herum erhellen. Konzentrieren wir uns auf diesen Auftrag und lassen wir uns nicht ablenken. Dann wird es in unserer Umgebung bald wieder heller.

Tobias-Benjamin Ottmar