2. Juli 2021 | Missionsberichte Startseite klein

Neues aus Namibia – Juli/August 2021

Liebe Gemeinde,

es hat sich von langer Hand angedeutet, jetzt ist es wieder soweit. Nachdem wir Anfang Juni in den neuen Term gestartet sind, wurden jetzt alle Schulen und Kindergärten geschlossen.

Namibia konnte sich ein halbes Jahr in der Welt anschauen, wie die dritte Corona-Welle kommt und wusste eigentlich das es Juni (wenn hier Winter ist) losgeht. Nun steht das Gesundheitssystem aufgrund der hohen Zahlen und Toten vor dem Kollaps. Krankenhausbetten sind alle belegt, Sauerstoff ist knapp und die Leichenhallen sind überfüllt. Und wir stehen erst am Anfang…

Nachbarn, Freunde, Lehrer, Schüler, Eltern… viele Leute sind krank, manche sind gestorben, bisher Gott sei Dank niemand Schulnahes.

Wir bitten um Gebet für Bewahrung und für Schutz in diesen schlimmen Zeiten. Das Unlogische ist, dass anstatt auf Lernen-von-Zuhause umzustellen, hat das Ministerium Winterferien festgelegt, 3 Wochen nach den letzten Ferien. Die Kinder hier sind bildungstechnisch schon 6-12 Monate zurück durch letztes Jahr und jetzt wird wieder so eine Entscheidung getroffen, nur damit die „armen staatlichen Lehrer“ keinem Risiko ausgesetzt sind.

Zum Glück dürfen wir als Privatschule selbstständig entscheiden, so dass wir auf Distanz-lernen umgestiegen sind, sogar schon eine Woche vorher, damit die Schüler im Rhythmus bleiben. Die Eltern sind dankbar und bisher machen die Schüler gut mit.

Im Kindergarten wissen wir gerade nicht, wie es weiter geht. Vor einer Woche wurden wir als systemrelevant eingestuft, da ja außer Schulen alles offen hat und hier keiner im Homeoffice arbeitet und die Eltern ganz normal arbeiten müssen. Heute wurde diese Entscheidung revidiert. Es herrscht gerade Chaos und keiner weiß so recht, was man darf und was nicht.

Wir stehen vor ungewissen Wochen, wenn nicht Monaten, da der Winter noch mindestens bis August anhalten wird und die Leute sich hier nicht an die Regeln halten und auch die Impfungen nur sehr langsam und zögernd vorangehen, da die Leute mehr Angst vor der Impfung haben als vor Corona. Eine Besserung ist also erstmal nicht in Sicht.

Wir werden euch auf dem Laufenden halten und auch zwischendrin immer mal wieder schreiben wie es uns ergeht. Wir sind dankbar für jedes Gebet und jeden Zuspruch in diesen Zeiten. Gott ist gut – allezeit.

„I praise you, in the good and the bad,
I praise you, if I‘m happy or sad.“
(Ich preise dich, in guten und schlechten Zeiten.
Ich preise dich, wenn ich glücklich oder traurig bin.)

 

Vielen Dank und liebe Grüße 🙂

Milka & Rafael & Madie & Micha