FeG Deutschland

Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland KdöR

Gemeinde vor Ort suchen und finden

Kontakt zum Bund FeG

FEG INFO | Newsletter abonnieren

Jetzt den Bund FeG fördern und unterstützen

FeG-Arbeitsbereiche

Institut Gemeindeentwicklung und Leiterschaft | IGL

FeG Ältere Generationen

FeG Aufwind-Freizeiten

FeG Auslands- und Katastrophenhilfe

FeG Diakonie | DAG

FeG Evangelisation | Praxisinstitut

FeG Frauen

FeG Freiwilligendienste

FeG Gemeindegründung

FeG Gesprächskreis für soziale Fragen | GsF

FeG Jugend

FeG Kinder

FeG Medien und Öffentlichkeitsarbeit | Presse

FeG Pfadfinder

FeG Sanitätsdienst

FeG Seelsorge

FeG Theologische Hochschule

FeG-Arbeitskreise

FeG Historischer Arbeitskreis | HAK

FeG Internationale Gemeindearbeit in Deutschland | AK IGAD

 

29. Februar 2020 | Andacht

Die älteste Baustelle der Welt

Leitgedanken März / April 2020

Unvollendete Bauwerke gibt es viele: Zu den berühmtesten gehören neben den „Bausünden“ BER und Stuttgart 21 die Sagrada Familia. An der Kirche in Barcelona wird seit 1882 gebaut – seit Juni 2019 (!) sogar auch mit einer Baugenehmigung.

Jährlich lockt der Bau rund 4,5 Millionen Touristen an. Doch noch fulminanter als der Touristenmagnet in der spanischen Metropole ist das Haus, an dem Gott seit langem baut – und in dem jeder Christ seinen Platz finden darf.

1.Petrus 2,5: Lasst euch selbst als lebendige Steine in das Haus einfügen, das von Gott erbaut wird und von seinem Geist erfüllt ist.

Lasst euch zu einer heiligen Priesterschaft aufbauen, damit ihr Gott Opfer darbringen könnt, die von seinem Geist gewirkt sind – Opfer, an denen er Freude hat, weil sie sich auf das Werk von Jesus Christus gründen.“

Zugegeben: Wenn man sich ein Haus aus lebendigen Steinen vorstellt, ist das erstmal eine ziemlich wacklige Vorstellung. Doch in dem Bild, das Petrus hier verwendet, ist es anders: Gott ist der Baumeister, Jesus das Fundament (oder auch Eckstein – wie es im selben Kapitel in Vers 7 steht). Damit ist klar, wer bei diesem Bau die Richtung vorgibt: Gott selbst. Und: Er weist jeden seinen Platz zu.

Doch wie sieht es in der Realität aus: Da gibt es Menschen, die sich als Felsbrocken sehen und gerne viel Platz in Anspruch nehmen wollen. Andere fühlen sich eher als Kieselstein und agieren nach dem Motto „Bloß ganz klein machen“. Und wiederum andere würden am liebsten so aussehen wie alle anderen Steine. „Auf keinen Fall auffallen“ ist ihre Devise. In jedem Fall kann ein solches Selbstbild problematisch sein.

Denn nicht ich sollte entscheiden, was für ein Stein ich bin und wie ich verbaut werde, sondern Gott. Er hat für jeden den richtigen Platz. Und klar ist dabei auch: Es gibt große und kleine Steine. Wer sich alte Hausmauern ansieht, stellt fest, dass sie ein ziemlich bunter Mix aus verschieden großen Steinen sind. Was den Bau zusammenhält, ist schließlich der Mörtel – das Verbindende. Würde man einen Stein entfernen – egal ob groß oder klein – würde das die Stabilität gefährden. Deshalb ist jeder Stein wichtig.

Die Frage, die sich daher jeder stellen muss, ist: Sind wir bereit, uns unseren Platz von Gott zuweisen zu lassen? Oder wollen wir selbst bestimmen? Letzteres geht über kurz oder lang schief.

Noch ein anderer Aspekt ist mir beim Lesen dieses Bibelabschnitts wichtig geworden: Opferbereitschaft ist gefragt. In der Elberfelder Übersetzung ist von „Schlachtopfern“ die Rede. Nach alttestamentlichem Verständnis waren damit solche Opfer gemeint, bei denen das Fleisch von den Teilnehmern selbst gegessen wurde. Nur die Fettpartien und Innereien wurden verbrannt. Das bedeutet: Das Opfer diente der Gemeinschaft.

Auf keinen Fall ist ein Opfer ein Selbstzweck, sondern verfolgt immer mindestens ein Ziel: Gott die Ehre zu geben und – in diesem Fall – die Gemeinschaft zu stärken. Wie sehr sind wir bereit Opfer zu bringen? Und: Was ist für dich überhaupt ein Opfer? Diese Frage kann nur jeder selbst im Gespräch mit Gott beantworten.

Für mich bedeutet es, mich an und manchmal auch über meine Grenzen hinaus führen zu lassen, damit sich gerade da Gottes Stärke erweist.

Auf jeden Fall wünsche ich uns allen, dass wir bereit sind, uns den richtigen Platz von Gott zeigen zu lassen – und von dort aus dann daran mitwirken, dass noch viele Menschen Teil dieser wunderbaren Großbaustelle werden.

Tobias-Benjamin Ottmar