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26. August 2019 | Andacht

Leitgedanken September/Oktober 2019

Gedenkt nicht an das Frühere und achtet nicht auf das Vorige! Denn siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr’s denn nicht?
Jesaja 43,18.19a

von Roland Karsten

Neulich tauschte ich mich mit einer lieben Glaubensschwester am Telefon darüber aus, wie es gerade so steht in unserem Leben. Veränderungen, so stellten wir einhellig fest, sind immer mehr das Normale, was in unserem Leben geschieht und das manchmal in einem Tempo, das einen schwindelig werden lässt. Ob es berufliche Situationen sind, menschliche Beziehungen, die eigene Gesundheit, die Lebensumstände. Nichts scheint irgendwie von wirklicher Dauer zu sein. Wir kamen zu dem Schluss, dass im Leben alles irgendwie vorläufig ist. Das kann einen beunruhigen, das kann aber auch entlastend sein, wenn man sich vor Augen hält, dass es nicht immer so bleiben muss, wie es gerade ist.

„Ja das könnte schön sein, ein Häuschen mit Garten, als friedlicher Bürger seine Blumen begießen.“ Singt der Räuber in dem lustigen Märchenfilm „Das Wirtshaus im Spessart“ mit Lieselotte Pulver. Wir sehnen uns nach Beständigkeit, nach Verbesserung unserer persönlichen Lebensumstände, nach Harmonie in der Familie, in der Gemeinde, im Beruf … Und manchmal fragen wir uns, warum nicht alles so bleiben konnte, wie es denn aus unserer Sicht gerade so richtig gut war. Unser Gott hat da eine andere Sicht. Er selbst ist der Unveränderliche, der Beständige, der Verlässliche, die Basis, der Fels. Und er möchte seine in die Schieflage geratene Schöpfung (für die wir Menschen die Verantwortung tragen) zurückführen zur Vollendung.

Dazu hat er einen Masterplan, der jedes menschliche Lebensalter bei weitem übersteigt. Also Gott ist seit tausenden von Jahren mit uns unterwegs zur Wiederherstellung seiner Idee, die wir am Anfang vermasselt haben. Und wo wir einreißen, da baut Gott wieder auf, oder baut trotzdem fröhlich weiter. Wo unser Weg steinig und schwer wird, da lässt unser Gott Blumen wachsen. Wenn wir auf sie achten, werden wir uns freuen können.
Natürlich sollen und können wir auch zurückschauen auf unser bisher erlebtes Leben. Bei einem sind es viele Jahre, ein anderer schaut dafür noch weit nach vorn in eine Zukunft, die er nicht kennt und weiß. Wenn wir zurückblicken, dann sollten wir einüben, dankbar zu sein für die guten und glücklichen Stunden, Tage und Jahre unseres Lebens, und auch für das Schwere, das wir in unserem Leben gemeistert haben. Glückliche Momente sind manchmal viel wertvoller als lang durchlebte Lebensschwere. Das ist das Geheimnis von Zeit. Chronos-Zeit ist die tickende Uhr, die Sekunde für Sekunde weiterläuft. Kairos-Zeit ist der Augenblick der Zufriedenheit, des Glücks, der Moment, wo alles passt. Das sind die wertvollen Schätze in einem menschlichen Leben. Und Kairos-Zeiten sind auch die Momente, wo unser Gott Neues schafft.

Auch wenn wir an unsere Gemeinden denken, ist nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen gewesen. Da könnten wir vielleicht Trauerlieder singen. Aber das will unser Herr nicht. Gott will, dass wir ihm vertrauen, weil er Neues schafft, und zwar stets und ständig. Wenn das nicht so wäre, könnten wir einpacken. Aber Jesus macht die Dinge neu. Deswegen ist es gut, die alten Dinge auch mal wirklich ruhen zu lassen, vielleicht sogar richtig zu begraben, damit sie nicht mehr so viel Beachtung finden. Gott möchte, dass wir unseren Frieden zusammen mit ihm darüber machen.

Und wenn wir dann genau hinsehen, merken wir nämlich, dass da etwas wächst. Etwas Neues wächst. Gott hat damals mit dem Rest seines Volkes in der babylonischen Gefangenschaft neu angefangen. Sie haben es erst einmal gar nicht bemerkt. Er hatte sein Volk weggeführt in die Fremde, weit weg. Zurecht. Aber er hat es erhalten, genährt und gemehrt. Und dann war es soweit. Sie zogen zurück in ihr altes Land und bauten Jerusalem wieder auf. Mit viel Opferbereitschaft und hohem persönlichen Einsatz. Und Gott hatte Segen dazu geschenkt. Lasst uns auf das Neue schauen, das Gott in unserem persönlichen Leben schaffen möchte, aber genauso in unseren Gemeinden. Er wartet darauf, dass wir das wahrnehmen und ihm dafür die Ehre geben. Die Aufforderung Gottes, auf SEIN Neues zu schauen ist die Aufforderung, den Blick nach vorn zu richten, auf Jesus zu richten, nicht auf sich selbst und nicht zurück in die Vergangenheit. Jesus hat das einmal ganz klar bekräftigt: „Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.“ (LK 9,62) Das ist seine Interpretation des Jesaja Spruches. Wenn wir das Neue wahrnehmen wollen, dann wird uns das auch gelingen. Es ist eine Entscheidung des Herzens. Und dann sehen wir die Blumen sprießen, wo vorher nur trockenes Nichts war. Möge unser Herr uns diese sehenden Augen schenken.